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Umwelt

Atommüll – Endlagerung und Wiederaufbereitung

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Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen. Aber die Suche nach einem Endlager ist immer noch im Gange. Quarks & Co erklärt, warum Atommüll so gefährlich ist, was bei der Lagerung zu beachten ist und wie die Interessen der Stromkonzerne und Politiker die Endlagersuche bremsen.

 

Seit 1. Juli 2005 ist der Transport abgebrannter Brennelemente ins Ausland untersagt. In den Plutoniumfabriken Sellafield (Großbritannien) und La Hague (Frankreich) lagern aber noch etwa 900 Tonnen Atommüll aus Deutschland, so dass ein Ausstieg aus der Plutoniumwirtschaft noch längst nicht geschafft ist.

Allein in der britischen Wiederaufbereitungssanlage (WAA) Sellafield an der Nordwestküste Englands lagern geschätzte 500 Tonnen bestrahlte Brennelemente, die wiederaufgearbeitet werden sollen. Die britische Plutoniumfabrik wurde vor einigen Wochen vorerst geschlossen. Denn es war bekannt geworden, dass Mitte 2004 zirka 83.000 Liter Salpetersäure mit mehreren 100 Kilogramm gelösten Urans und Plutoniums aus einem Tank ausgelaufen waren, ohne dass die Beschäftigten dies bemerkt hatten. Das radioaktive Gemisch hätte für den Bau von 20 Atombomben gereicht.

Die Wiederaufarbeitung ist ein technisch komplexer Prozess, bei dem der Atommüll in verschiedene chemische Bestandteile aufgetrennt wird. Der Name Wiederaufarbeitung ist irreführend, weil nur wenige Prozente des bearbeiteten Atommülls wieder verwendet werden.

Bei der Wiederaufarbeitung gelangen radioaktive Substanzen über Abluft und Abwasser in in die Umgebung. So werden rund um die Plutoniumfabriken in Sellafield und La Hague die Grenzwerte der deutschen Strahlenschutzverordnung – laut einem Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz – zum Teil um das 20-fache überschritten. Im Umkreis beider Anlagen wurde eine Erhöhung der Leukämierate bei Kindern im Vergleich zum jeweiligen Landesdurchschnitt festgestellt.

Plutonium gehört zu den giftigsten Stoffen, bereits ein Millionstel Gramm ist krebserregend. Das abgetrennte Plutonium soll vollständig zu Mischoxid(MOX)-Brennelementen verarbeitet werden, die dann in den deutschen Reaktoren eingesetzt werden. MOX-Brennelemente sind – was den Strahlenschutz, die Sicherheitstechnik, die Endlagerung und die Proliferation anbelangt – noch problematischer als Uran-Brennelemente. Ein bis zwei unbestrahlte MOX-Brennelemente enthalten die Plutoniummenge für eine Atombombe.